Familientradition

Ich führe meine Praxis in dritter Generation. Was mit den Kräuterfeldern meines Großvaters im Westerwald begann, haben meine Eltern in München und Staudach fortgesetzt. Heute arbeite ich in denselben Räumen, in denen mein Vater dreißig Jahre lang seine Patienten behandelt hat.

Franz Teufert im weißen Kittel zwischen den Kräutern auf seiner Farm

Franz Teufert auf den Kräuterfeldern der Paracelsus-Farm, Anfang der 1970er Jahre. Foto: Hannes Betzler

Porträt von Franz Teufert im dunklen Anzug

Franz Alexander Teufert, Atelierporträt. Foto: Hogrefe

Franz Teufert am Schreibtisch beim Ausstellen einer Verordnung

Am Schreibtisch auf der Farm: Für jeden Patienten stellte er eine eigene Teemischung zusammen.

1907 – 1974

Der „Kräuterdoktor“ vom Westerwald

Mein Großvater Franz Alexander Teufert stammte aus dem schlesischen Waldenburg und war gelernter Gartenbaumeister. 1950 gründete er in Daaden im Westerwald die Kräuterfarm Paracelsus. Auf den Feldern am Silberberg baute er den größten Teil seiner Heilkräuter selbst an und stellte daraus eigene Teemischungen zusammen.

Seine Patienten kamen von weit her, aus Köln, Wuppertal und sogar aus Berlin. Man nannte ihn den „Kräuterdoktor“.

„Gegen jedes Leiden ist ein Kraut gewachsen.“
Paracelsus – der Leitsatz meines Großvaters

Anfang der 1970er Jahre drohte ein neues Gesetz, den Verkauf seiner Tees außerhalb der Apotheke zu verbieten. Für viele seiner Patienten wäre damit eine wichtige Hilfe weggefallen. Rund 3.000 von ihnen unterschrieben daraufhin eine Protestliste an das Bundesgesundheitsministerium. Mit Erfolg: 1972 berichtete die Neue Revue unter der Überschrift „Der Kräuterdoktor darf weiter helfen“.

Sein Wissen gab er bis zuletzt an Kollegen weiter. Franz Teufert starb am 28. November 1974 in Siegen. Die Kräuterfarm wurde noch viele Jahre weitergeführt und feierte 1990 ihr 40-jähriges Bestehen.

München und Staudach

Meine Eltern Elke und Erich Kuhlmann

Meine Mutter Elke, die Tochter von Franz Teufert, wurde 1943 in Niederbreisig im Kreis Ahrweiler geboren. Die Heilkunde lernte sie an der Josef-Angerer-Schule in München, der ältesten Heilpraktikerschule Deutschlands. Dort begegnete sie meinem Vater, der an der Schule unterrichtete. Am 27. Dezember 1965, seinem Geburtstag, heirateten die beiden.

Mein Vater Erich Kuhlmann, 1919 in Brackwede bei Bielefeld geboren, war über fünfzig Jahre als Heilpraktiker tätig. In den Nachkriegsjahren gehörte er zum engen Mitarbeiterkreis des damals bundesweit bekannten Heilers Bruno Gröning. 1960 eröffnete er seine Praxis in München-Schwabing, zuerst in der Dietlindenstraße, später in der Hohenzollernstraße.

1982 zogen meine Eltern mit der Praxis nach Staudach-Egerndach. Meine Mutter arbeitete stets an der Seite meines Vaters. Sie starb 1984 mit nur 40 Jahren.

Mein Vater behandelte in Staudach bis ins hohe Alter. Er starb 2012 im Alter von 92 Jahren. Von ihm habe ich am meisten gelernt.

Porträt von Elke Kuhlmann

Elke Kuhlmann, geb. Teufert (1943 – 1984)

Porträt von Erich Kuhlmann

Erich Kuhlmann (1919 – 2012)

Seit 1997 in eigener Praxis

Die dritte Generation

Meine Ausbildung habe ich ebenfalls an der Josef-Angerer-Schule gemacht, mit einem praktischen Jahr in der Praxis meines Vaters. Nach der Heilpraktikerprüfung folgte meine Assistenzzeit bei ihm und in der Praxis von Norbert Seidl in München-Moosach.

Norbert Seidl wurde mein Mentor. Von ihm lernte ich viel über Chiropraktik und Neuraltherapie, und er ebnete mir den Weg in die Berufspolitik. Dass ich einmal im Vorstand unseres Verbandes sitzen würde, hat er mir damals schon vorausgesagt.

1997 eröffnete ich meine eigene Praxis in Übersee. Von 2003 bis 2017 habe ich selbst an der Josef-Angerer-Schule unterrichtet, an der schon mein Vater gelehrt und meine Mutter gelernt hat.

2020 bin ich mit meiner Praxis nach Staudach-Egerndach gezogen, in die Räume meines Vaters. So schließt sich der Kreis: Die Naturheilkunde, die mein Großvater auf seinen Kräuterfeldern begonnen hat, lebt hier weiter.

1950
Kräuterfarm Paracelsus in Daaden
1960
Praxis Erich Kuhlmann in München
1982
Umzug der Praxis nach Staudach
1997
Eigene Praxis in Übersee
2020
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